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Der Glaube ist der Sieg - Gideon

Herausgegeben von K. Zellweger in Richter Kp. 7 · 16/9/2010 20:55:16

Ich erinnere mich nicht an allzu viele Sonntagspredigten aus meiner Studentenzeit, aber Vance Havner hielt einmal eine Predigt, die mir im Gedächtnis geblieben ist und mich oftmals ermutigt hat. Er sprach über Hebräer 11 und sagte: Weil Mose ein Mann des Glaubens war, konnte er »das Unsichtbare sehen, das Unvergängliche wählen und das Unmögliche tun«. Ich brauchte damals diese Botschaft, und ich brauche sie heute immer noch. »Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube« (1Jo 5,4).
Christen werden entweder durch ihren Unglauben überwältigt, oder sie sind Überwinder aufgrund ihres Glaubens

Der bekannte, mitreißende Bericht über Gideons wunderbaren Sieg über die Midianiter ist in der Tat eine Geschichte über den Glauben in Aktion, und er offenbart uns drei sehr wichtige Prinzipien über den Glauben. Wenn wir überwinden und nicht überwältigt werden wollen, dann müssen wir diese Prinzipien verstehen und anwenden.

1. Gott prüft unseren Glauben (Ri 7,1-8)
Einem Glauben, der nicht geprüft werden kann, kann man nicht trauen. Allzu oft ist das, was Menschen für Glaube halten, in Wirklichkeit nur »ein warmes, unbestimmtes Gefühl« von Glaube oder vielleicht einfach »geglaubter Glaube«.
J. G. Stipe sagte, der Glaube sei wie eine Zahnbürste: Jeder sollte eine haben und sie regelmäßig benutzen, aber man sollte nicht einfach die Zahnbürste von jemand anderem benutzen. Es kann sein, dass wir laut und inbrünstig über den »Glauben unserer Väter« singen, aber den Glauben unserer Väter nicht leben. Es kann sein, dass wir Männern und Frauen des Glaubens nachfolgen, aber unser eigenes persönliches Leben nicht erfolgreich führen können, weil wir vom Glauben eines anderen abhängig sind.
Gott erklärte Gideon, warum er die Stärke des Heeres herabsetzte: Er wollte nicht, dass sich die Soldaten damit brüsteten, den Sieg über die Midianiter erkämpft zu haben. Siege, die durch den Glauben errungen wurden, verherrlichen Gott, weil niemand erklären kann, wie sie zustande kamen. »Wenn Sie erklären können, was in unserem Dienst passiert«, pflegte uns Dr. Bob Cook zu erinnern, »dann wurde es nicht von Gott getan.«
Als Gideon den furchtsamen Soldaten gebot heimzukehren, gehorchte er einfach dem Gesetz Moses, wie der es ursprünglich gegeben hatte: »Wer ist der Mann, der sich fürchtet und ein verzagtes Herz hat? Er mache sich auf und kehre in sein Haus zurück, damit nicht das Herz seiner Brüder verzagt werde wie sein Herz« (5Mo 20,8).
Furcht und Glaube können nicht lange in einem Herzen zusammenleben.

2. Gott ermutigt unseren Glauben (Ri 7,9-15a)
Hoffnung und Liebe sind wichtige christliche Tugenden. Aber der Heilige Geist widmete ein ganzes Kapitel im Neuen Testament – Hebräer 11 – den Siegen des Glaubens, die von gewöhnlichen Leuten errungen wurden, weil sie es wagten, Gott zu glauben und auf seine Verheißung hin zu handeln. Es mag in den Ohren mancher Leute abgedroschen klingen, aber der alte Leitsatz ist immer noch wahr: »Gott sagt es – ich glaube es – so geschieht es!«


In der Bibel sieht man, dass Gott seine Wahrheit oft durch Träume mitteilt. Allerdings dürfen wir daraus nicht schließen, dass dies die übliche Weise des Herrn sei, mit Menschen zu reden, oder dass wir heute seine Führung in unseren Träumen suchen sollten. Träume können trügerisch sein (Jer 23,32; Sach 10,2), und losgelöst von göttlicher Anleitung können wir ihre richtige Auslegung nicht kennen. Die beste Weise, Gottes Führung zu erfahren, ist durch das Wort Gottes, durch Gebet und durch Sensibilität für den Geist bei der aufmerksamen Beobachtung der Umstände.

3. Gott belohnt unseren Glauben (Ri 7,15b-25)
»Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer Gott naht, muss glauben, dass er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird« (Hebr 11,6).

Gideons Plan war einfach, aber wirksam. Er gab jedem seiner Männer eine Posaune zum Lärmen, einen Krug zum Zerbrechen und eine Fackel zum Abbrennen. Mit Fackel im Krug und Posaune in der Hand würden sie das feindliche Lager umstellen. Die Posaunen waren Widderhörner (der Schofar), wie sie Josua vor Jericho benutzt hatte, und vielleicht half diese Verbindung zu Josuas großem Sieg ja, Gideon und seine Männer zu ermutigen, als sie sich der Schlacht stellten. Beim Signal Gideons sollten die Männer die Posaunen blasen, die Krüge zerbrechen, die Fackeln hervorholen und so laut wie möglich ausrufen: »Für den Herrn und für Gideon!« Gott selbst würde den Rest besorgen. Gott kann einen Zweifler wie Gideon nehmen und einen General aus ihm machen!

Auch die heutige Gemeinde kann von diesem Ereignis lernen und ermutigt werden. Gott braucht keine großen Zahlen, um seine Ziele zu erreichen; er braucht auch keine besonders dafür begabten Führer. Gideon und seine dreihundert Männer waren für Gottes Handeln verfügbar, und er befähigte sie, den Feind zu überwinden und dem Land Frieden zu bringen.
Für uns ist es wichtig, für Gott bereit zu sein, damit er uns gebrauchen kann, wenn er es für richtig hält. Wir mögen vielleicht seine Pläne nicht völlig begreifen, aber wir können vollkommen seinen Verheißungen vertrauen. Und es ist der Glaube an und das Vertrauen auf ihn, das den Sieg bringt.

Auszüge aus dem Buch  „Sei bereit“ Kommentar zum Buch Richter von Warren W. Wiersbe






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