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Die Waffen unserer Kriegsführung

Herausgegeben von K. Zellweger in Richter Kp. 3 · 15/9/2010 20:15:58

Ein Prinzip, das sich jeder Gläubige zu Herzen nehmen muss:

Wenn Gott in den Krieg zieht, dann erwählt er dazu die scheinbar ungeeignetsten Soldaten, rüstet sie mit den ungewöhnlichsten Waffen aus und erzielt mit ihnen die unvorhersehbarsten Ergebnisse.

Obwohl sich unsere Welt seit der Zeit der Richter dramatisch gewandelt hat, ist das »Weltsystem« nach wie vor dasselbe, denn die menschliche Natur hat sich nicht geändert (1Jo 2,15-17). Solange wir in dieser Welt leben, ist das Volk Gottes in einen geistlichen Krieg gegen Satan und seine Streitkräfte verwickelt (Eph 6,10-19). Und
Gott sucht nach wie vor Männer und Frauen, die haben, was man zum Siegen braucht: Kraft, Strategie und Mut. Diese drei unentbehrlichen Voraussetzungen für den Sieg werden in diesem Kapitel im Leben der ersten drei Richter vorgestellt.

1. Otniel: Die Kraft Gottes (Ri 3,1-11)
(Ri 3,1-4) Der Stamm Juda war nicht in der Lage, die Schlüsselstädte der Philister zu halten, die er eingenommen hatte (Ri 1,18; 3,3). Und wie wir im 1. Kapitel sahen, konnten die anderen Stämme die kanaanäischen Völker nicht erobern. Diese verbliebenen Völker bemühten sich um eine Politik der »guten Nachbarschaft« mit den Israeliten, die Israel schließlich von innen her besiegte. Manchmal kommt Satan daher wie ein Löwe, um zu verschlingen. Oftmals aber schleicht er herbei wie eine Schlange, um zu betrügen (1Petr 5,8; 2Kor 11,3).
Gott gebrauchte die Völker Kanaans auch, um Israel zu prüfen und offenkundig zu machen, ob sein Volk den Rechtsvorschriften gehorchte, die Mose von dem Herrn empfangen und ihnen übergeben hatte, oder nicht (Ri 3,4). Gott hatte den Israeliten eindeutig klar gemacht, dass es nicht ihre Aufgabe war, »vergleichende Religionswissenschaft« zu betreiben und sich für die heidnischen Praktiken der Kanaaniter zu interessieren (5Mo 7,1-11).
Was für einen Unterschied hätte das in der Geschichte Israels gemacht, wenn sie die Kanaaniter für den Herrn gewonnen hätten. So aber gewannen die Kanaaniter die Israeliten für Baal!
Anstatt Gott zu vertrauen und ihre Nachbarn zu verändern, veränderten die Götter ihrer Nachbarn die Israeliten; und alles, wovor Mose gewarnt hatte, taten sie. Die Israeliten rissen die Trennwand zwischen sich und ihren gottlosen Nachbarn nieder, und die Folgen waren tragisch.
Da Israel handelte wie die Heiden, musste Gott sie auch behandeln wie Heiden!
»Gegen den Treuen verhältst du dich treu, gegen den untadeligen Mann untadelig. Gegen den Reinen zeigst du dich rein, gegen den Verkehrten aber verdreht« (Ps 18,26-27).


Otniel befreite nicht nur sein Volk aus der Knechtschaft, er diente ihm auch vierzig Jahre lang als Richter. Das bedeutet, dass er die Autorität ausübte, alle Angelegenheiten des Volkes zu lenken, und es war seine geistliche und politische Führerschaft, die dem Land Ruhe brachte.
Man darf niemals unterschätzen, wie viel Gutes ein einzelner Mensch tun kann, der vom Geist Gottes erfüllt und dem Willen Gottes gehorsam ist.

2. Ehud: Wirksame Strategie (Ri 3,12-30)
Warum brach der Glaube in Israel nach dem Tod eines Richters immer wieder in sich zusammen? Ich glaube, das geschah bei den Priestern und bei den Eltern. Die Priester und Leviten hatten nicht nur in der Stiftshütte zu dienen, sondern sie sollten auch das Volk im Gesetz unterweisen und die Israeliten ermutigen, ihm zu gehorchen (3Mo 10,11; 5Mo 33,8-10; 17,8-9; 1Sam 2,12-17; Mal 2,1-9). Von israelitischen Eltern wurde erwartet, dass sie ihre Kinder die Wege des Herrn lehrten (5Mo 6,6-25;11,18-21; siehe auch 1Mo 18,17-19 und Hi 1,5), und dass sie ihnen ein gutes Beispiel waren, dem sie folgten. Es scheint allerdings, dass die ältere Generation während der Richterzeit den wichtigen Dienst versäumte, die neue Generation in der Furcht des Herrn zu unterweisen (Ps 34,12).
Ehud, der Befreier (Ri 3,15-30). Otniel, der erste Richter, war aus dem Stamm Juda gekommen. Der zweite Richter, der Linkshänder Ehud, kam aus Judas Nachbarstamm Benjamin. (Die Benjaminiter waren bekannt für ihre Beidhändigkeit. Siehe Richter 20,16 und 1. Chronik 12,2.) Allerdings kann der Text von Richter 3,15 auch so übersetzt werden: ein Mann, behindert an der rechten Hand. Das ließe vermuten, dass er überhaupt nicht beidhändig war, sondern dass er nur seine linke Hand zu gebrauchen wusste. Wenn das wirklich die Bedeutung des Textes ist, dann war Ehuds Plan, Eglon zu töten, ein wahres strategisches Meisterstück. Es ist auch eine starke Ermutigung für alle körperlich Behinderten, die dem irrigen Gedanken folgen, Gott könne sie in seinem Dienst nicht gebrauchen.

3. Schamgar: Beharrlicher Mut (Ri 3,31)
Nur ein Vers ist Schamgar gewidmet, und es wird nicht einmal festgestellt, dass er ein Richter war. Richter 5,6-7 zeigt an, dass er gleichzeitig mit Debora und Barak diente. Kennzeichnend für Schamgar war die Waffe, die er führte. Ein Viehtreiberstock war ein dicker Stab von etwa zweieinhalb Metern Länge. An dem einen Ende befand sich eine scharfe Metallspitze zum Antreiben der Ochsen, an dem anderen eine Art Spaten zum Graben.
Die wenigen Worte, die über Schamgar berichtet werden, vermitteln mir den Eindruck, dass er ein Mann von beharrlichem Mut war, der ihm natürlich aus seinem Glauben an den Herrn erwuchs.
Charles Spurgeon hielt in seinem Predigerseminar einmal eine Vorlesung mit dem Titel »Für Arbeiter mit ungenügendem Werkzeug«. Schamgar hatte keine Gelegenheit, diese Vorlesung zu hören, aber ich bin beinahe sicher, dass er sie hätte halten können! Und ich vermute, er würde seine Vorlesung mit den Worten von E. M. Bounds beendet haben:
»Gib alles Werkzeug, das dir zur Verfügung steht, dem Herrn, nimm mutig deinen festen Stand ein und vertraue Gott, dass er das, was du in deiner Hand hältst, gebrauchen wird, um zu seiner Verherrlichung große Dinge zu vollbringen.«



Auszüge aus dem Buch  „Sei bereit“ Kommentar zum Buch Richter von Warren W. Wiersbe










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