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Aus einer Niederlage einen Sieg machen - Teil 2

Herausgegeben von K. Zellweger in Josua Kp. 9+10 · 30/8/2010 14:20:41

Eine Überschrift zu Kp. 9 könnte lauten: „Wir haben den Feind getroffen, und siehe, er ist unser Nachbar!
Man sagt: „Nur, wer gar nichts tut, macht keine Fehler.“ Im Falle Josuas war es allerdings ein Fehler, nichts zu tun. Wir erleben Josuas zweiten Fehler (nach Ai) bei der Eroberung des verheissenen Landes. Es zeigt aber auch, wie Josua auch diesmal seinen Fehler in einen Sieg verwandelte.

1) Dem Feind glauben Jos. 9,1-15
Josua und die Führer glaubten den Gibeonitern. Sie waren nicht kritisch gegenüber ihrer Darstellung und vor allem befragten sie auch hier nicht ihren wahren Führern, Gott. Wir werden noch sehen, dass die Gibeoniter zwar hinterlistig und lügnerisch handelten, doch dahinter steckt die von Furcht bewegte Motivation, dem drohenden Gericht Gottes zu entgehen.
Jos 9,24 Da antworteten sie Josua und sprachen: Es ist deinen Knechten als gewiß berichtet worden, daß der HERR, dein Gott, seinem Knecht Mose geboten hat, euch das ganze Land zu geben und alle Einwohner des Landes vor euch her zu vertilgen; da fürchteten wir sehr um unser Leben wegen euch und haben darum so gehandelt.


Ähnlich wie bei Rahab, finden wir hier gottesfürchtige Menschen, welche sich bewusst waren, dass sie Gottes Gericht nicht entgehen werden. Dieser Bericht zeigt auch, dass den Leuten in Kanaan das Wort Gottes, welches sie betraf, bewusst war! Das merkwürdige Verhalten der Gibeoniter mag teilweise dadurch zu erklären sein, indem wir es mit ihrer Art einer Problemlösung erklären. Darin nur List und Heimtücke zu sehen ist vielleicht zu hart, ohne dabei ihr Verhalten völlig zu rechtfertigen.
Israel machte mit den vermeindlichen Feinden einen Bund. Obwohl die Art, wie es zu diesem Bundesschluss kam seltsam war, galt dieser doch in den Augen Gottes (!) als für bindend.

2) Den „Feind“ beteiligen Jos. 9, 16-27
Josua und seine Mitarbeiter lehren uns eine wichtige Lektion: Wenn man einen Fehler macht, muss man ihn zugeben; und dann muss man dafür sorgen, dass dieser Fehler einem selbst zum Vorteil wirkt! Die Führer Israels bestimmten die Gibeoniter dazu, den Dienst an der Stiftshütte ausreichend mit Wasser und Brennstoff zu versorgen, da dort beides in grosser Menge gebraucht wurde.
In späteren Jahren nannte man die Gibeoniter Nethinim (Geschenkte) und lies sie als Tempeldiener für die Priester arbeiten. In der weiteren Geschichte Israels sehen wir dann, dass die Gibeoniter nie zu einem Problem für die Israeliten wurden oder sie Israel zum Abfall vom lebendigen Gott verleiteten. Sie sind ein wunderbarer Hinweis auf die Gnade Gottes und wie „Nichtjuden“ Diener im Volk Gottes und am Heiligtum wurden! Vgl. 1. Chronika 9,2; Esra 2,43.58.70; Nehemia 3,26.31

3) Den „Feind“ verteidigen Jos. 10, 1-18, eine erstaunliche Gebetserhörung
Der König von Jerusalem greift die mit Israel „befreundeten“ Gibeoniter an. Nutzte Josua nun die Gelegenheit um sich dieses „unfreiwilligen“ Bundes zu entledigen? War das nun die Strafe Gottes an Gibeon oder die Gelegenheit für Israel sich zu rächen?
Josua fragt den Herrn und dieser antwortet ihm Jos. 10,8 mit dem klaren Hinweis, sich an den Bund mit Gibeon zu halten und gegen den Königsverband im Adoni-Zedek und für Gibeon zu kämpfen. Israel macht sich, ähnlich wie bei Ai, in einem langen Nachtmarsch auf von Gilgal nach Gibeon (25-30 km). Gott unterstüzuz die müden israelitischen Soldaten, indem er das feindliche Heer mit grossen Hagelsteinen vernichtet. Schon das rechtzeitige aufkommen dieses Unwetters war ein Wunder. Ein weiteres Wunder war, dass nur die Feinde diese Hagelsteine trafen! Im Verlauf des Kampfes sprach Josua das Gebet um Verlängerung des Tages, damit er den vollen Sieg erringen konnte. Gott erhört dieses Gebet und es geht ein als die erstaunlichste Gebetserhörung für einen Menschen durch Gott!
Mehr dazu im BLOG „Die Wunder der Bibel“ Vortrag von Prof. Werner Gitt

Dies ist dann zugleich das letzte Wunder, das im Buch Josua berichtet wird. „Wenn Gott nicht das Wunder wie es hier beschrieben wird tun kann, dann kann er gar keine Wunder wirken. Dann ist er selber gefangen in seiner eigenen Schöpfung – unfähig, die Gesetze, die er selbst in sie hineingelegt hat, zu gebrauchen oder ausser Kraft zu setzen“.
(W.W. Wiersbe)

C.S Lewis schrieb: „Der Geist, der nach einem wunderlosen Christentum sucht, ist ein Geist, der vom lebendigen Christentum in blosse Religion zurückfällt.“


Israel besiegt das grosse Heer um Adoni Zedek und gewann in einer Schlacht gleich mehrer Städte! So verhalf  Gibeon Israel indirekt zu einem grossen Sieg. Gott kann sogar unsere Patzer gebrauchen, um seine Ziele zu verwirklichen. Erfolg ist einmal bezeichnet worden als „die Kunst, Fehler dann zu machen, wenn niemand hinschaut.“ und: „die Kunst, den Sieg zu sehen, wo andere nur die Niederlage erkennen.“

„Fürchtet euch nicht und verzagt nicht!“ Jos. 10,25 - Die nächste Generation
In Kapitel 1 dieses Buches sagte Gott drei Mal und das Volk ein Mal zu Josual diese Ermutigung. Nun hat Josua seine Lektionen gelernt und ist es an der Zeit, seinen Nachfolgern diese Ermutigung weiter zu geben. Der Gott, der sie in Sieg und Niederlagen geführt und nie aufgegeben hat, wird Israel auch ohne Josua im Sieg weiterführen. Solange Gott in ihrer Mitte ist und sein Wort „Fusses Leuchte“ (Psalm 119,105) sein wird, kann es nur Sieg geben.

Gott kann sogar unsere Fehler in Segnungen umwandeln. Das ist keine Entschuldigung für Sorglosigkeit, sondern eine grosse Ermutigung, wenn man den Herrn und sein Volk enttäuscht hat.


Auszüge aus dem Buch  „Sei stark“ Kommentar zum Buch Josua von Warren W. Wiersbe
http://www.gvc-stgallen.ch/glaubenswachstum.html







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