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Der Tag der alles veränderte - was tut Gott?

Herausgegeben von Kurt Zellweger in Das Buch Hiob - Kp. 1+2 · 17/1/2011 10:19:55

Das Buch Hiob, Teil 1
Der Tag der alles veränderte - was tut Gott?
  
             

Predigt von Kurt Zellweger vom 24. Aug. `08

Einleitung:
Es gibt Tage und Situationen, die ein Leben total verändern können. Das kann positiv oder negativ geschehen. So einen Tag erlebte auch Hiob. Sein Schicksal wurde zu einem Sprichwort das heute noch sehr bekannt ist: „Hiobsbotschaft“.
„Hiobsbotschaften“ oder gar  „Hiobserfahrungen“ wollen wir lieber ausblenden, wir wünschen uns ein Leben nach dem Motto:  „Leben und Liebe ohne Leiden“ und vergessen dabei, wie Jesus Christus liebte und dafür Leiden, Schmerz und Kampf gegen das Böse auf sich nahm. Wir wollen uns in drei Predigten näher mit diesem Mann Hiob, seiner Situation, mit Gott, und was das alles für uns zu bedeuten hat, beschäftigen.
Das Buch Hiob ist sehr aktuell und greift Fragen auf, die Menschen, seit es Leid und das Böse gibt, beschäftigen. Warum müssen Menschen Leiden? Warum lässt Gott das Böse in der Welt zu?

1) Bibliographie zum Buch Hiob:
Verfasser: Unbekannt. Auch die Zeit, zu der das Buch spielt, ist unklar. Von manchen Auslegern wird es als das älteste Buch der Bibel betrachtet, andere datieren es in die Zeit des babylonischen Exils. Unklar ist auch der Ort des Geschehens (Land Uz).
Name und Inhalt: Das Buch wird ganz von den Leiden und Anfechtungen Hiobs und seiner Frage nach Gott dominiert.
Inhalt und Stil des Buches: Es gehört zu der so genannten „Weisheitsliteratur“. Das bedeutet, in diesem Buch werden grundsätzliche Fragen des Lebens aufgegriffen und beantwortet. Aus der vorchristlichen Zeit des 2. & 1. Jahrtausend sind auch andere, „weltliche“ Weisheitsschriften, die ähnlich sind, bekannt. Die Fragen nach Sinn – und Leid im Leben bewegt die Menschen seit tausenden von Jahren bis heute! Das Buch Hiob bringt aber, im Gegensatz zur weltlichen Literatur, Gott konkret in diese Fragen mit hinein. Die Weisheitsbücher der Bibel, Hiob bis Hohelied, sind sehr wichtige Bücher auch wenn sie in manchem zuerst schwer zu verstehen sind.
Hauptpersonen: Hiob, drei Freunde, Elihu, Gott, Satan
Hauptthema: Die Frage nach dem Sinn des Leidens.

Kurze Gesamtübersicht:
Das Buch ist sehr bildhaft und literarisch aufgebaut und kann in drei Teile unterteilt werden:
1. Teil: ( Kap. 1,1-2,10 ): Hiob ist ein tiefgläubiger, priesterlicher Familienvater, den sein Reichtum nicht verdorben hat. Satan tritt vor Gott und behauptet, Hiob diene ihm nur wegen seines Reichtums. Gott erlaubt Satan, Hiob alles zu nehmen. Aber Hiob bleibt bei seinem Glauben an Gott. Satan tritt erneut vor Gott und behauptet, Hiob werde abfallen, wenn es an seine Gesundheit gehe. Gott erlaubt ihm, ihn mit Krankheit zu schlagen. Hiob hält trotz des gotteslästerlichen Rats seiner Frau an Gott fest.
2. Teil: ( Kap. 2,11-37,24 ): Ankunft der drei Freunde Hiobs. Ihre Anteilnahme und siebentägiges Schweigen. Hiobs verzweifelte Klage. Lange, fruchtlose Diskussionen zwischen Hiob und seinen drei Freunden sowie Elihu. Sie behaupten, sein Leiden sei die Strafe für persönliche Schuld.
3. Teil: ( Kap. 38-42,17 ): Gott antwortet Hiob aus dem Wettersturm. Wer ist der Mensch, dass er Gott etwas vorschreiben kann? Hiobs Bekenntnis ( Kap. 40,3-5 ). Zweite Rede Gottes (Kap. 40,6-41,26 ). Hiobs zweites Bekenntnis. Gott weist die drei Freunde zurecht und befiehlt ihnen, Buße zu tun. Hiobs gesegnetes Ende. Er betet für seine Freunde. Hiob stirbt nach weiteren 140 Jahren. Er ist wohlhabender als vorher und ist "Lebenssatt".

Stellung im Gesamtzusammenhang der Bibel
- Das Buch Hiob illustriert die reale, böse Macht Satans in der Welt und in unserem Leben.
- Gott gebraucht Leiden, um uns zu formen.
- Festhalten an Gott auch im Leiden hat seine Belohnung (wenn nicht schon in diesem Leben, dann bestimmt in der Ewigkeit).
- Vor Gottes Größe und Allmacht muss die Frage „Warum lässt Gott das zu?“ letztlich verstummen.

Drei Aspekte die wir betrachten wollen:
Teil 1, Kp.   1 +  2 Der Tag, der alles veränderte - was tut Gott? – 1. Predigt
Teil 2, Kp.   3 - 37 Erfahrungen im Leid - wo ist Gott? – 2. Predigt
Teil 3, Kp. 38 - 42 Licht nach dunkler Nacht - so ist Gott! – 2. Predig

2) Teil 1, Kp.  1 + 2 Der Tag, der alles veränderte - was tut Gott?
Auf die Perspektive kommt es an: Kurzfilm „Die Welt hinter der Papiertüte“. http://il.youtube.com/watch?v=tte1iOSVZlA&feature=related

In diesem Film haben 3 Leute eine Papiertüte über dem Kopf und beurteilen aus dieser Perspektive ihr Leben und die Umstände. Wie sie über gewisse Fragen reden, hört sich für uns “Sehende“, töricht und dumm an. Aber, auch wir haben, im Vergleich zu Gott, eine begrenzte Sicht auf unser Leben. So hatte auch Hiob eine beschränkte Sicht auf seine Lebensumstände. Das Buch Hiob straft gewisse Tendenzen und Ansichten von Christen heute über Gott und was er tut, Lüge. Denn Leid, Schmerz, Krankheit oder ein Schicksalsschlag gehören zum Leben auf dieser Welt. Und das unabhängig, ob ich Christ bin oder nicht. Das ist kein Widerspruch zur Fürsorge und Liebe Gottes. Das Buch Hiob kann uns helfen, meine „Papiertüten-Perspektive“ von Gott zu erkennen um es dann zu wagen, neu auf Gott zu sehen.

1. These:
Wir können Leid, Schmerz und Krankheit in dieser Welt nur verstehen, wenn wir Gott einbeziehen.
-> Die ganze Diskussion von Hiob mit seinen Freunden hätte sich erübrigt, wenn sie gewusst hätten, was der Leser durch die Umstände in Kapitel 1 & 2 weiss. Zugegeben, der Anfang des Buches wirft auch wieder Fragen auf, doch es wird klar, dass das irdische Schicksal des Hiob einen himmlischen Ursprung hat. Wir müssen die nüchterne Feststellung machen, dass Leid und Schicksal wie solche des Hiob, von Gott gewollt sein können! Passt diese Gottesvorstellung in mein „Glaubensschema“? Oder will ich das nicht für wahr halten? -> „Tüten-Perspektive“?

-> Wieviel Not und Zweifel kann aber mit dieser Feststellung zu Trost und Mut werden. So kann der Leidende wissen, dass das sein Weg der Prüfung ist, der ebensoviel Treue und Lohn mit sich bringt, wie der gesunde Christ, der aktiv in einer Aufgabe im Reich Gottes dient steht. Beides kann von Gott so gewollt sein!

-> Gott prüft unser Vertrauen durch solche Hiobserfahrungen. Alle Herausforderungen im Glaubensleben führen letztlich auf eine Vertrauensprüfung zurück.

Hebr 11,6 Ohne Glauben  aber ist  es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer zu Gott kommt, muß glauben, daß er ist, und daß er die belohnen  wird, welche ihn suchen.


Wir bestehen diese Prüfungen, wenn wir im Vertrauen zu ihm verbunden bleiben. Und das tut der eine im Leid, in Schmerzen, im Verlust von Menschen, ebenso wie in Erfolg und Ehre oder wenn das Leben scheinbar reibungslos und normal verläuft. Die Herausforderung abhängig zu bleiben von Gott bleibt dieselbe!

-> Gott steht über dem Leid der Welt und wird es zu seiner Zeit beseitigen. Wir müssen aufpassen, dass wir Gottes Wirken nicht verdrehen. Gott ist immer derselbe, doch er handelt nicht immer gleich!
Über einer kommenden Zeit ist verheissen, dass es Leid und Schmerzen nicht mehr geben wird:

Jes 25,8 Er wird den Tod  auf ewig verschlingen. Und GOTT, der Herr, wird die Tränen  abwischen von allen Angesichtern und die Schmach seines Volkes hinwegnehmen von der ganzen Erde. Ja, der HERR hat es  gesprochen.
Offb 21,4 Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei  noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. -> Offb. 7,17


Durch das Leben von Jesus Christus vor 2000 Jahren, wie auch vereinzelt durch seine Apostel und spätere Christen, wurde etwas von dieser Herrlichkeit des Sieges über Tod, Leid und Schicksal offenbar. Doch das sind immer nur „Kostproben“ der Macht Gottes. Denn der Tod und seine Macht ist bis heute noch da! -> Jes,25,8!

2. These:
Wir nehmen zu oft an, dass etwas nicht stimmt, wenn es in meinem Leben Probleme gibt.
Wer von uns würde, wenn er vor jemandem steht, den ähnliches wie Hiob trifft, nicht Gedanken im Herzen haben die fragen: Hat dieser heimliche Sünden, dass Gott so was zulässt?
Für die Freunde Hiobs war klar, dass Hiobs Zustand eine Folge seines bisherigen Lebens ist. Menschen ohne Gott dachten zur Zeit Hiobs, dass den Menschen das trifft, was er mit seinem Leben verdient hat. Deshalb sprechen die Freunde so oft zu Hiob darüber, wie es den Gottlosen ergeht. Es war für sie unvorstellbar, dass Gott einen gerechten Menschen, der nicht in Sünde lebt, so leiden lässt. Elifas, der Wortführer unter den Dreien sagt:

Hi 4,8   Soviel ich gesehen habe: die Unrecht pflügen und die Unheil säen, die ernten es auch.
Hi 5,27 Siehe, das haben wir erforscht, so ist es; höre du darauf und merke es dir wohl!


Für diese Ansicht gibt es auch scheinbar neutestamentliche Belege:  
Gal 6,7 Irrt euch nicht: Gott läßt sich nicht spotten ! Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten.


Doch darf man das einfach für allgemein erklären? Im Fall des Hiob trifft das nicht zu! Es ist eine falsche Ansicht wenn ich denke, dass Gott mich wegen Fehler und Sünden leiden lässt! Gott will mir vergeben, er lässt mich vielleicht leiden, wenn ich Sünde nicht wahrhaben will -> siehe Ps. 32, 3-5, aber nicht, wenn ich sie bekannt habe. Wir dürfen nicht von Strafe sondern von „Erziehung zum Guten“ reden, wenn Gott uns nach Verfehlungen einschränkt oder Wünsche nicht sofort erfüllt, wie wir das z.B. von Mose und von Paulus her kennen. -> 5.Mo. 32,52; 2. Kor. 12,8-10.

Schluss: Leiden als ein Zeichen, „auf dem richtigen Weg zu sein“.
In der Bibel begegnet uns Leiden und Krankheit auch als ein Zeichen für Christen, dass Gott mit ihnen unterwegs ist und sie fähiger macht für sein Werk. Sie sahen es als Chance, geistlich zu wachsen und Gott näher zu kommen.

1Petr 4,1 Da nun Christus für uns im Fleisch gelitten hat, so wappnet auch ihr euch mit derselben Gesinnung; denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat mit der Sünde abgeschlossen,
Phil 3,10-11 um Ihn zu erkennen und die Kraft seiner Auferstehung  und die Gemeinschaft seiner Leiden, indem ich seinem Tod  gleichförmig  werde, damit ich zur Auferstehung aus den Toten gelange.
2Kor 12,10 Darum habe ich Wohlgefallen an Schwachheiten, an Mißhandlungen, an Nöten, an Verfolgungen, an Ängsten um des Christus willen; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.  


-> Gebe uns Gott, dass wir auch ein ja finden zu diesen Wegen Gottes und auch darin Gott erkennen und lieben lernen. Echter Glaube hält auch im Leiden an Gott fest, weil auch sie ein Hinweis auf Gottes gute Zukunft sind und wir damit Jesu Weg und sein Leiden besser verstehen. Wir haben einen HERRN der mit Leiden vertraut ist  Jes.  53,3!




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