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Basisinformationen zum 2. Samuelbuch

Herausgegeben von K. Zellweger in 2. Samuel Kp. 1-24 · 17/11/2010 16:19:49

Dies ist ein Auszug vom Buch "Basisinformation zur Bibel" von John MacArthur, CLV

Schlüsselpersonen im 2. Buch Samuel
David – der größte König Israels; zugleich war er ein Hirte, Musiker und Poet; direkter Vorfahre Jesu (1,1–24,25)
Joab – Feldherr in Davids Heer (2,13–3,39; 8,16; 10,7–12,27; 14,1-33; 18,2–24,9)
Bathseba – beging Ehebruch mit David; wurde Königin über Israel und Mutter Salomos; direkte Vorfahrin Jesu (11,1-26; 12,24)
Nathan – Prophet und Berater Davids; drängte David, Buße zu tun über seine Sünde (7,2-17; 12,1-25)
Absalom– Sohn Davids, versuchte die Königsherrschaft über Israel an sich zu reißen (3,3; 13,1–19,11)

Hintergrund und Umfeld
Siehe Hintergrund und Umfeld im 1. Samuelbuch.

Schlüssellehren im 2. Buch Samuel
Davidischer Bund– Gott verhieß David, seinen Thron und sein Königtum für immer zu bewahren (7,12-16; 22,51; 1Mo 49,8-12; 4Mo 24,7-9.17-19; 2Kö 8,19; 2Chr 13,5; 21,7; Ps 89,21-38; Jes 16,5; Apg 15,16-18; Offb 22,16)
Sünde – Israels Sünde zog persönliche und nationale Konsequenzen nach sich (6,6-7; 12,13-14; 1Mo 3; 4Mo 4,15; 15,30-31; 1Kö 11,38; 13,34; 2Kö 21,12; Ps 106,43; Jes 22,14; Jer 19,3; Hes 7,3; 18,30; Joh 8,34; Röm 2,5; Hebr 10,4.26-31)
Messias – Nathan kündigte David bereits an, dass der Messias, der gesalbte König, über alle sich Gott widersetzenden Nationen triumphieren würde (7,12-16; 22,51; Mt 1,16-17; 12,22; Mk 1,1; Joh 7,42; Apg 2,30-33)

Gottes Wesen im 2. Buch Samuel
Gott ist freundlich – 2,6
Gott hält seine Versprechen – 7,12-13
Gott ist vorhersehend – 17,14-15
Gott ist treu – 2,6
Gott ist einzigartig – 7,22
Gott ist eins – 7,22
Gott ist weise – 7,20
Gott ist zornig – 6,7; 21,1; 24,1.15.17

Christus im 2. Buch Samuel
Der in 2Sam 7,12-16 erwähnte davidische Bund offenbart Gottes Verheißung, David ein immerwährendes Königtum zu schenken. Christus, der direkt von der königlichen Linie Davids abstammt, erfüllt diesen Bund als der kommende Messias. Das in 2Sam aufgezeichnete Leben Davids ist ein Vorschatten auf das zukünftige Königreich Christi.

Schlüsselworte im 2. Buch Samuel
(Bundes)-lade: Hebräisch ´aron – 6,2.4.10.12.17; 7,2; 11,11; 15,24 – kann übersetzt werden mit »Lade« (2Kö 12,10) oder »Sarkophag« (1Mo 50,26). Meisten finden wir das Wort aber in folgendem Kontext: ´aron heberith, was »Bundeslade« bedeutet. Die Bundeslade war eine mit Gold überzogene Truhe (2Mo 25,10-22), in der sich die Zehn Gebote (2Mo 40,20), Aarons Stab und ein Krug mit Manna befanden (Hebr 9,4). Sie war im innersten Heiligtum aufgestellt und erinnerte Israel an seien Bund mit Gott und seine Gegenwart in seiner Mitte. Als die Israeliten die Bundeslade unvorsichtig und gedankenlos behandelten (1Sam 4,1-11), ließ Gott es zu, dass sie von einem fremden Volk erbeutet wurde. Er wollte dadurch den Israeliten verdeutlichen, dass seine Bundesbeziehung mit ihnen weit mehr bedeutete, als das simple Erfüllen symbolischer Handlungen und nichts mit Aberglauben zu tun hatte. Was er forderte, waren beständiger Gehorsam und ein zerschlagenes Herz, das sich ihm unterordnete (Ps 51,19; Jes 57,15).
Jerusalem: Hebräisch yerushalaim – 5,5; 8,7; 11,1; 15,8.29; 16,15; 17,20; 19,20; 24,16 – ist dem Wort für »Frieden« verwandt. Während der Zeit der Königsherrschaft Davids, entwickelte sich Israel zum politischen und religiösen Zentrum Israels und spielte eine zentrale Rolle bei der Entfaltung von Gottes Erlösungsplan. Jerusalem wird im Alten Testament immer wieder als die Stadt Gottes (Ps 87,1-3), ein Ort, wo Gott seinen Namen wohnen ließ (2Kö. 21,4), ein Ort der Errettung (Jes 46,13), der Thron Gottes (Jer 3,17) und die Heilige Stadt (Jes 52,1) beschrieben. Die Propheten kündigten an, dass eine Zeit kommen werde, da Israel wegen seiner Übertretungen gerichtet würde (Mi 4,10-12), aber während sie das Gericht ankündigten, konnten sie auch Israels herrliche Wiederherstellung voraussehen (Jes 40,2; 44,25-28; Dan 9,2; Zeph 3,16-20). Die Vision des wiederhergestellten Jerusalems beinhaltete auch die Hoffnung auf das Neue Jerusalem, wo Gott alle seine Völker sammeln
wird (Jes 65,17-19; Offb 21,1-2).
Helden (starke Männer): Hebräisch gibbor – 1,25; 10,7; 16,6; 17,8; 20,7; 23,8.22 – betont ausgezeichnete Qualitäten oder hervorragende Eigenschaften. Im Alten Testament beschreibt es die Stärke des Löwen (Spr 30,30) oder gute bzw. böse Männer (1Mo 10,9; 1Chr 19,8), Riesen (1Mo 6,4), Engel (Ps 103,20) oder sogar Gott selbst (5Mo 10,17; Neh 9,32). Die Schrift hält fest, dass der Held nicht aufgrund seiner Stärke siegreich ist (Ps 33,16), sondern wegen seiner Einsicht und Erkenntnis Gottes (Jer 9,22-23). Der Ausdruck starker Gott kommt im Alten Testament drei Mal vor, einmal sogar im Zusammenhang mit der messianischen Verheißung Jesu (Jes 9,5; 10,21; Jer 32,18).

Gliederung
Davids Herrschaft als König Israels (1,1 – 20,26)
• Davids Antritt als König über Juda (1,1 – 3,5)
• Davids Antritt als König über Israel (3,6 – 5,16)
• Davids triumphale Herrschaft (5,17 – 8,18)
• Davids problematische Herrschaftszeit (9,1 – 20,26)

Epilog (21,1 – 24,25)
• Gottes Gericht über Israel (21,1-14)
• Davids Helden (21,15-22)
• Davids Lobeshymne (22,1-51)
• Davids letzte Worte (23,1-7)
• Davids Helden (23,8-39)
• Gottes Gericht über David (24,1-25)

Häufig auftauchende Fragen
1. Wenn wir die Meinung der Gelehrten akzeptieren, wonach die überlieferten alten Manuskripte von 1. und 2. Samuel sehr schlecht erhalten sind, stellt sich die Frage, inwiefern das unsere Einstellung hinsichtlich dieser Bücher als Bestandteil des Wortes Gottes beeinflussen wird?

Wenn wir uns die Herausforderung, Schriftrollen von Hand zu kopieren, vor Augen halten, dann ist es eigentlich ein Wunder, dass wir überhaupt die heute vorhandenen Dokumente besitzen. Unsre Haltung sollte sich mehr Richtung Erstaunen bewegen, dass wir so geringe Diskrepanzen vorfinden, anstatt uns allzu sehr mit den Schwierigkeiten, die uns nur verwirren und herausfordern, zu beschäftigen. Viele der wissenschaftlichen Entdeckungen im Zusammenhang mit der Analyse dieser sehr alten Manuskripte, fördern bloß die üblichen Fehler, die es eben beim Kopieren von Hand geben kann, zu Tage. Wenn z.B. zwei Zeilen mit demselben Wort enden, dann tendiert der Abschreiber dazu, die zweite Zeile völlig zu übersehen. Ein sorgfältiger Vergleich zwischen den Manuskripten und die Rekonstruktion des Textes offenbaren oft solche simplen Fehler.
Im Fall von 1. und 2. Samuel haben wir es mit zwei alten Textarten zu tun: 1) dem masoretischen Text in der hebr. Sprache und 2) der LXX (Septuaginta) in Griechisch. Die Septuaginta wurde von hebr. Gelehrten ca. 100 v. Chr. übersetzt. Wenn wir die zwei miteinander vergleichen, stellen wir fest, dass sie hier (1Sam und 2Sam) wirklich mehr Unterschiede aufweisen, als das bei anderen alttestamentlichen Büchern der Fall ist. Wenn es um Zahlen geht, treten des Öfteren Differenzen auf. Grundsätzlich bezieht man sich dann auf den masoretischen Text, da dieser älter ist und somit näher am Original sein sollte, es sei denn, dass die Grammatik und der Kontext auf einen Fehler bei der Abschrift hindeuten. Eine zentrale Tatsache, die wir uns immer wieder in Erinnerung rufen sollten, wenn wir die Möglichkeit eines Textfehlers in Betracht ziehen, ist: Die grundlegenden
Lehraussagen der Schrift gründen sich nie auf einen einzelnen Vers oder auf eine umstrittene Stelle. Gottes Erlösungsplan, sowie die Eckpfeiler christlicher Lehre, können quer durch die gesamte Schrift hindurch immer wieder, an verschiedenen Stellen, gefunden werden.

2. Wie können wir anhand von 1. und 2. Samuel die Rolle, die der Heilige Geist im Alten Testament spielte, verstehen?

1. und 2. Samuel veranschaulichen teilweise die Rolle des Heiligen Geistes im Alten Testament. Die folgenden Stellen zeichnen spezifische Handlungen des Heiligen Geistes auf: 1Sam 10,6.10; 11,6; 16,13-14; 19,20.23; 2Sam 23,2. Diese Stellen bieten einige aufschlussreiche Einblicke in den Dienst des Heiligen Geistes: 1) Es war ein gelegentliches »Kommen auf« eine auserwählte Person, um einen bestimmten Auftrag zu erfüllen, oder eine bestimmte Aussage zu machen; 2) diese Person(en) kontrollierten nicht den Dienst des Heiligen Geistes, sie hatten keine Macht über ihn; 3) das Erwarten der Hilfe durch den Geist konnte verliehen, aber auch entzogen werden; 4) der Heilige Geist inspirierte bestimmte Personen, Gottes Wort aufzuschreiben oder es auszusprechen. Jesus versprach die innewohnende Gegenwart des Heiligen Geistes, keine Überraschungsbesuche. Es kann schon mal vorkommen, dass Gläubige in einer bestimmten Situation (ein ganz bestimmter auszuführender Auftrag) eine Art spezieller Stärkung durch den Geist erfahren. Grundsätzlich besteht aber ein entscheidender Unterschied zwischen dem Dienst des Geistes im Alten Testament und demjenigen im Neuen Testament. Während es sich im Alten Testament um eine äußerliche Visitation handelte, sehen wir, wie der Geist im Neuen Testament im Gläubigen selbst wohnt.

3. Entsprach es schon immer Gottes Plan, einen König in Israel einzusetzen oder spiegelte es eher den Wunsch des Volkes wider? Züchtigte Gott sein Volk, indem er ihm eine Monarchie zugestand?

Als Israel das verheißene Land einnahm, begegneten ihm die Könige der kanaanitischen Stadt-Staaten (Jos 12,7-14). Später, zur Zeit der Richter, war Israel unter von Königen regierte Nationen versklavt (Ri 3,8.12; 4,2; 8,5; 11,12). Im Buch Richter wird das Fehlen eines Königs wiederholte Male angesprochen (Ri 17,6; 18,1; 19,1; 21,25). Der Gedanke, einen König zu haben, genauso wie die umliegenden Nationen, wurde zu einer gewaltigen Versuchung. Gemäß 5Mo 17,4 kannte Gott jedoch Israels Herzenswunsch bereits und ließ ihn schlussendlich in Erfüllung gehen. 1Sam 8,4-20 offenbart, dass dieser Wunsch sich eigentlich auf eine Ablehnung Gottes gründete. Trotz der eindringlichen Warnungen vonseiten Samuels hinsichtlich der Nachteile, die eine Monarchie mit sich bringen würde, stellte das Volk fest, dass es drei zwingende Gründe gäbe, warum sie auch einen König bräuchten (1Sam 8,20): 1) um so zu sein, wie die Nationen; 2) um einen nationalen Richter zu haben; 3) um einen Führer im Krieg zu haben. Jeder dieser Gründe widersprach Gottes Absichten zutiefst: 1) Israel sollte eine heilige Nation sein, und nicht wie alle anderen; 2) Gott war ihr ultimativer Richter; 3) Gott hatte ihre Schlachten für sie geschlagen, ein König hingegen würde sie in den Krieg schicken. Israels Problem war nicht, dass es einen König haben wollte, sondern, dass es Gott durch einen Herrscher aus seinen Reihen, einen Menschen, ersetzen wollte. Es tauschte den gewaltigen und mächtigen Herrscher, den es nicht sehen konnte, gegen einen sichtbaren ein, der letztendlich doch bloß versagen konnte.

Kurzstudium zum 2. Buch Samuel/einige Fragen
• Welche bedeutenden Charakterzüge Davids können wir im 2. Buch Samuel erkennen?
• Warum nannte Gott ihn »einen Mann nach meinem Herzen«?
• Was für eine Art Führer oder König war David?
• Wenn wir uns die Reihenfolge der Ereignisse um David und Bathseba vor Augen führen, lassen sich daraus einige Lehren über den Reiz und die Folgen der Sünde ziehen. Welche?
• Was bewahrte David vor der Verwerfung durch Gott, nachdem er mehrfach gesündigt hatte?
• Betrachte dich und deine Sünde einmal im Lichte der Erfahrungen, die David mit Gott gemacht hatte. Wie wirkt sich das auf deine Erkenntnis Gottes aus? Wie sieht dich Gott?




Einführung in das 2. Samuelbuch

Herausgegeben von Roger Liebi in 2. Samuel Kp. 1-24 · 17/11/2010 15:59:27
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